28.09.26 10:30
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Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) – Die Aream Infrastruktur Finance GmbH, eine 100%ige Tochtergesellschaft der AREAM Group SE, setzt ihre kapitalmarktbasierte Wachstumsfinanzierung mit dem zweiten Aream Green Bond (ISIN DE000A5GS5B9 / WKN A5GS5B) fort. Die Anleihe hat ein Volumen von bis zu 10 Mio. Euro, eine Laufzeit von fünf Jahren und einen Kupon von 7,25% p.a. Der Nettoemissionserlös ist für Investitionen und Finanzierungen im Bereich erneuerbarer Energien und Energiespeicherung in Deutschland, Italien und Spanien vorgesehen. Das grüne Wertpapier wurde von EthiFinance gemäß Second Party Opinion als Green Bond klassifiziert und kann online über [www.aream.de/ir] gezeichnet werden. Der 7,25% Aream Green Bond 2026/2031 wird voraussichtlich ab dem 25. März 2027 im Open Market der Deutsche Börse AG, dem Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse, handelbar sein. Die Emission wird von der Lewisfield Deutschland GmbH als Financial Advisor betreut. Der von der Commission de Surveillance du Secteur Financier („CSSF“) in Luxemburg gebilligte und an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) in Deutschland notifizierte Wertpapierprospekt ist unter [www.aream.de/ir] verfügbar.

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anleihencheck.de führte das folgende Interview mit Markus W. Voigt, CEO der AREAM Group SE.


anleihencheck.de: Nach dem Aream Green Bond 2025/2030 begibt die Aream Infrastruktur Finance GmbH bereits ihre zweite Anleihe. Welche strategische Rolle spielt der Kapitalmarkt inzwischen für die Finanzierung Ihres Wachstums?

Markus W. VoigtVoigt: Mit der ersten Anleihe haben wir 2025 den Kapitalmarkt als zusätzlichen Finanzierungsbaustein für die Aream Infrastruktur Finance GmbH etabliert. Die zweite Emission ist deshalb kein Neustart, sondern die konsequente Fortsetzung unserer langfristig orientierten Finanzierungsstrategie. Gerade Projektentwicklung benötigt frühzeitig Kapital – etwa für Projektrechte, Flächensicherung, Netzanschlüsse, Genehmigungen, Entwicklungskooperationen und zunehmend auch Speicherlösungen. Eine Anleihe stellt uns dafür Mittel mit einer mehrjährigen Laufzeit zur Verfügung und ergänzt sinnvoll die Finanzierungsmöglichkeiten innerhalb der AREAM Group. Gleichzeitig ist unsere Investitionsbasis heute breiter als vor einem Jahr. Während die erste Anleihe auf Deutschland ausgerichtet war, wollen wir mit dem neuen Green Bond auch Chancen in Italien und Spanien nutzen, wobei Deutschland weiterhin klar den Schwerpunkt bildet. Für uns ist entscheidend, Kapitalmarktfinanzierung mit einer substanziellen Projektpipeline zu verbinden. So können wir gezielt in Projekte investieren und zusätzliche Wertschöpfung in Energieerzeugung, Speicherung und Netzinfrastruktur erzielen.

Wir haben eine konkrete Projekt- und Beteiligungsstruktur aufgebaut und wollen unser Projektportfolio konsequent weiterentwickeln.


friedersdorf

anleihencheck.de: Seit der Emission des Aream Green Bonds 2025/2030 ist ein Jahr vergangen. Welche konkreten Fortschritte hat die Aream Infrastruktur Finance GmbH seitdem erzielt und inwieweit hat die erste Anleihe dazu beigetragen, die Projektpipeline aufzubauen und weiterzuentwickeln?

Voigt: Mit der ersten Emission haben wir die finanzielle Grundlage geschaffen, um die operative Tätigkeit der Aream Infrastruktur Finance GmbH aufzubauen und unsere Strategie in konkrete Projekte zu überführen. Ein wesentlicher Schritt war der Erwerb der Projektrechte für zwei Hybridprojekte in Niedersachsen und Brandenburg mit zusammen 66,2 MWp. Darüber hinaus haben wir in eine Entwicklungskooperation investiert, die der AREAM Advisory GmbH den Zugriff auf 14 Photovoltaikprojekte mit insgesamt rund 153,7 MWp sichert. Hinzu kam eine strategische Beteiligung an einem deutschen Energieversorger, mit der wir insbesondere den Zugang zu langfristigen Stromabnahmeverträgen für unsere bestehenden und künftigen Photovoltaikprojekte stärken. Damit haben wir innerhalb eines Jahres eine konkrete Projekt- und Beteiligungsstruktur aufgebaut. Die zweite Emission setzt genau dort auf: Wir starten heute von einer wesentlich breiteren operativen Basis und wollen die vorhandenen Projekte konsequent in Richtung Baureife und Veräußerung oder bei ausgewählten Vorhaben auch bis in den Betrieb weiterentwickeln.

Wir erweitern unseren geografischen Radius um Italien und Spanien, Deutschland bleibt jedoch unser Kernmarkt


anleihencheck.de: Für welche Projekte und Investitionen wollen Sie die Mittel aus dem neuen Green Bond konkret einsetzen, und wie unterscheidet sich die Mittelverwendung von der ersten Emission?

Voigt: Der Nettoemissionserlös fließt vollständig in erneuerbare Energien und Energiespeicherung. Im ersten Schritt stehen unsere beiden Hybridprojekte in Brandenburg mit 45 MWp und in Niedersachsen mit 21,2 MWp sowie die Entwicklungskooperation der AREAM Advisory GmbH im Fokus. Darüber hinaus können wir unter anderem in Hybrid- und Standalone-Speicher, EEG-Innovationsprojekte, gewerbliche Aufdachanlagen, Bioenergie und Energieinfrastruktur wie Umspannwerke investieren. Auch weitere Entwicklungskooperationen und projektbezogene Beteiligungen kommen infrage. Gegenüber der ersten Emission erweitern wir zudem unseren geografischen Radius um Italien und Spanien; zusammen dürfen auf beide Länder höchstens 20% des Nettoemissionserlöses entfallen. Deutschland bleibt damit unser Kernmarkt. Der wesentliche Unterschied zur ersten Anleihe liegt in der größeren Bandbreite – technologisch, geografisch und entlang der Wertschöpfungskette. Damit können wir attraktive Chancen in verschiedenen Segmenten der erneuerbaren Energieinfrastruktur nutzen und unser Projektportfolio gezielt weiterentwickeln.

Der Nettoemissionserlös fließt vollständig in erneuerbare Energielösungen und Energiespeicherung.


anleihencheck.de: Der Green Bond wird von einer Second Party Opinion von EthiFinance begleitet. Was bedeutet diese externe Beurteilung konkret und wie stellen Sie sicher, dass Investoren die Verwendung der Mittel nachvollziehen können?

Voigt: Die Second Party Opinion von EthiFinance gibt Investoren eine unabhängige externe Beurteilung unseres Green Bonds anhand der Green Bond Principles der ICMA. Betrachtet werden dabei insbesondere die Mittelverwendung, die Auswahl geeigneter Projekte, der Umgang mit den Emissionserlösen und die Berichterstattung. Für Anleger schafft das zusätzliche Transparenz und macht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien wir investieren. Der Nettoemissionserlös fließt vollständig in erneuerbare Energielösungen und Energiespeicherung – von Photovoltaik- und Hybridprojekten über Standalone-Speicher bis hin zu weiterer grüner Energieinfrastruktur. Ergänzend werden wir bis zur vollständigen Rückzahlung der Anleihe jährlich über die Allokation der Mittel und den damit verbundenen ökologischen Nutzen berichten. Für uns gehört diese Transparenz zu einer glaubwürdigen Green-Bond-Emission. Investoren sollen nachvollziehen können, wo ihr Kapital arbeitet und welchen Beitrag die finanzierten Projekte zur Energiewende leisten.

Für Investoren verbindet der Green Bond eine attraktive laufende Verzinsung mit nachvollziehbarer grüner Mittelverwendung.


anleihencheck.de: Mit 7,25% Zinsen p.a. bietet auch die zweite Anleihe einen vergleichsweise hohen Kupon. Wie ordnen Sie diese Verzinsung im aktuellen Zins- und Kapitalmarktumfeld ein und wie positioniert sich der Green Bond gegenüber anderen nachhaltigen Anlageprodukten?

Voigt: Mit 7,25% bieten wir Investoren auch bei der zweiten Emission einen aus unserer Sicht attraktiven Kupon über die fünfjährige Laufzeit. Die Verzinsung reflektiert sowohl das aktuelle Kapitalmarktumfeld als auch das Profil unserer Anleihe und die Investitionen in Projektentwicklung und Energieinfrastruktur. Entscheidend ist für uns das Gesamtprofil: Ein vergleichsweise hoher Festzins trifft auf eine zu 100% grüne Mittelverwendung und auf Segmente, in denen wir langfristiges Wachstumspotenzial und erheblichen Investitionsbedarf sehen. Gleichzeitig stehen wir heute operativ deutlich weiter als bei unserer Debütemission: Seit 2025 haben wir substanzielle Projektrechte erworben, in eine umfangreiche Entwicklungskooperation investiert und unser Geschäft damit deutlich weiterentwickelt. Mit der zweiten Anleihe wollen wir diesen Weg fortsetzen und die aufgebauten Projekte konsequent vorantreiben. Für Investoren verbindet der Green Bond damit eine attraktive laufende Verzinsung mit nachvollziehbarer grüner Mittelverwendung und einer deutlich gewachsenen Projekt- und Investitionsbasis.

weitgendorf

anleihencheck.de: Die Anleihe ist nicht nachrangig, aber unbesichert. Welche Covenants und weiteren Schutzmechanismen sind für Anleihegläubiger vorgesehen?

Voigt: Für unsere Investoren haben wir auch bei der zweiten Anleihe klare vertragliche Leitplanken gesetzt. Dazu gehören unter anderem Regelungen zu Drittverzug, Negativverpflichtung und Veräußerungsbegrenzungen sowie Transparenz- und Positivverpflichtungen. Hinzu kommt eine Mindesteinlagenquote: Ab dem 31. Dezember 2027 muss das Verhältnis der Einzahlungen in die Kapitalrücklage abzüglich etwaiger Rückzahlungen zu den ausstehenden Nennbeträgen sämtlicher Anleihen mindestens 10% betragen. Wird diese Quote unterschritten, kann daraus ein Kündigungsrecht der Anleihegläubiger entstehen. Auch für die Finanzkommunikation gelten feste Vorgaben: Der geprüfte Jahresabschluss ist innerhalb von sechs Monaten nach Geschäftsjahresende und der ungeprüfte Halbjahresfinanzbericht innerhalb von vier Monaten nach Ende des Berichtszeitraums zu veröffentlichen. Wird diese Transparenzverpflichtung nicht erfüllt, erhöht sich der Zinssatz für die folgende Zinsperiode um einen Prozentpunkt. Damit verbinden die Anleihebedingungen konkrete finanzielle Vorgaben mit umfassenden Informationspflichten und vertraglich verankerten Gläubigerrechten.

Wir sehen für Batteriespeicher in Kombination mit Photovoltaik erhebliches Wertschöpfungspotenzial.


anleihencheck.de: Batteriespeicher und Hybridprojekte nehmen in Ihrer Strategie einen immer größeren Raum ein. Wo sehen Sie in diesem Segment die wesentlichen Wachstums- und Wertschöpfungspotenziale?

Voigt: Batteriespeicher werden mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien zu einem immer wichtigeren Baustein des Stromsystems. Sie können Erzeugung und Verbrauch zeitlich entkoppeln, vorhandene Netzanschlüsse besser auslasten und zusätzliche Erlösquellen erschließen. Gerade in Kombination mit Photovoltaik sehen wir deshalb erhebliches Wertschöpfungspotenzial. Die Marktdynamik unterstreicht das: Die kumulierte Kapazität von Batteriegroßspeichern in Deutschland ist von 0,6 GWh im Jahr 2020 auf 4,1 GWh im Jahr 2025 gestiegen; allein 2025 betrug der Zuwachs 71%. Bis 2029 wird gegenüber Juni 2026 eine weitere rund dreieinhalbfache Steigerung prognostiziert. Wir betrachten Speicher allerdings nicht isoliert. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Erzeugung, Speicher, Netzanschluss und Vermarktung. Genau darauf ist unser Ansatz ausgerichtet – von Standalone-Speichern über Hybrid- und EEG-Innovationsprojekte bis hin zur ergänzenden Netzinfrastruktur. Damit wollen wir nicht nur am Wachstum des Speichermarktes partizipieren, sondern auch zusätzliche Wertschöpfung durch die intelligente Verbindung dieser Bereiche erzielen.

anleihencheck.de: Für welche Anleger ist der neue Green Bond aus Ihrer Sicht grundsätzlich geeignet, und welche Aspekte sollten Investoren neben dem Kupon besonders berücksichtigen?

Voigt: Mit einer Stückelung von 1.000 Euro sprechen wir einen breiten Anlegerkreis an – von Privatanlegern bis zu professionellen Investoren, die ein festverzinsliches Investment mit Bezug zur Energiewende suchen. Neben dem Kupon sollten Anleger aus unserer Sicht vor allem die operative Entwicklung des Unternehmens, die vorhandene Projektbasis und die Ausgestaltung der Anleihe berücksichtigen. Gegenüber unserer Debütemission ist die Aream Infrastruktur Finance GmbH heute operativ deutlich weiter: Wir haben konkrete Projektrechte erworben, unsere Entwicklungsaktivitäten ausgebaut und unser Investitionsspektrum erweitert. Gleichzeitig geben Covenants und regelmäßige Berichtspflichten den Anlegern zusätzliche Transparenz über die Entwicklung des Unternehmens. Natürlich sollte jeder Investor die Chancen und Risiken einer Unternehmensanleihe im Kontext seines eigenen Portfolios bewerten. Wir wollen ein festverzinsliches Investment bieten, das einen attraktiven Kupon mit einer konkreten Projektbasis und der weiteren Entwicklung erneuerbarer Energieinfrastruktur verbindet.

Der Kapitalmarkt ist für uns ein wichtiger Bestandteil unseres langfristigen Finanzierungsmixes.


anleihencheck.de: Mit der zweiten Emission etabliert sich der Kapitalmarkt zunehmend als Finanzierungsbaustein der Aream Infrastruktur Finance GmbH. Welche Rolle kann er bei der weiteren Wachstumsstrategie spielen?

Voigt: Der Kapitalmarkt ist für uns ein wichtiger Bestandteil unseres langfristigen Finanzierungsmixes. Die Green Bonds geben uns die Möglichkeit, insbesondere jene Entwicklungsphasen zu finanzieren, in denen klassische Projektfinanzierungen noch nicht oder nur eingeschränkt greifen. Das ist für unsere Wachstumsstrategie besonders relevant, denn die AREAM Group verfolgt das Ziel, in den kommenden Jahren Solar- und Windparks mit insgesamt 2,5 GW in Deutschland, Italien und Spanien zu realisieren oder zu erwerben. Gleichzeitig bauen wir unsere Aktivitäten bei Speicher- und Netzinfrastrukturlösungen weiter aus. Mit der wachsenden Pipeline steigt entsprechend auch unser Finanzierungsbedarf. Welche Instrumente dabei künftig zum Einsatz kommen, werden wir von Projektphase, Kapitalbedarf und Marktumfeld abhängig machen. Die ersten beiden Green Bonds zeigen aber bereits, welche Rolle der Kapitalmarkt für uns spielen kann: Er gibt uns den finanziellen Spielraum, um unsere wachsende Projektpipeline weiterzuentwickeln und das Wachstum unseres Geschäfts konsequent voranzutreiben.

anleihencheck.de: Vielen Dank für das Interview, Herr Voigt. (28.09.2026/alc/a/a)