Text: Christian Schiffmacher
Die Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH (NZWL), begibt ihre zwölfte Unternehmensanleihe mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Kupon von 9,875%. Das Unternehmen hat eine starke Marktstellung bei Synchronisierungsgruppen für Doppelkupplungsgetriebe und ist bei ca. 90% der erteilten Aufträge Alleinlieferant. NZWL hat zudem einen starken Track Record am Kapitalmarkt. Transaktionsstruktur Die Emission der neuen Unternehmensanleihe 2026/2031 umfasst ein öffentliches Umtauschangebot, ein öffentliches Angebot sowie eine Privatplatzierung. Inhaber der NZWL-Anleihen 2021/2026 und 2022/2027 können ihre Schuldverschreibungen vom 23.09. bis 21.10.2026
im Verhältnis 1:1 in die neue Anleihe 2026/2031 tauschen. Für jede umgetauschte Schuldverschreibung erhalten sie einen Zusatzbetrag von 20 Euro (also einmalig 2,0%) und die aufgelaufenen Stückzinsen. Interessierte Anleger in Deutschland und Luxemburg können die neue Anleihe parallel vom 23.09. bis 22.10.2026 über die Online-Zeichnungsstrecke unter www.nzwl.de/ir zeichnen. Zusätzlich ist bis zum 27.10.2026 eine Privatplatzierung bei qualifizierten Anlegern in Deutschland und ausgewählten europäischen Ländern vorgesehen. Als Bookrunner fungiert die Quirin Privatbank AG, als Financial Advisor die Lewisfield Deutschland GmbH.
Unternehmen
Die NZWL-Gruppe ist ein international tätiger Produzent von Motor- und Getriebeteilen, Zahnrädern, Getriebebaugruppen und komplett montierten Getrieben für alle Antriebsarten in Klein- und Großserien für die Automobilindustrie für alle Fahrzeugtypen bis zum Lkw. NZWL ist einer der führenden Produzenten von Synchronisierungen für Direktschaltgetriebe. Die Gruppe ist Alleinlieferant (Single Sourcer) bei ca. 90% der Aufträge. NZWL hat Produktionsstandorte in Deutschland, der Slowakei und in China.
Mittelverwendung
Der Nettoemissionserlös soll die Finanzkraft von NZWL stärken und insbesondere Investitionen in Wachstum sowie neue Produkte für Hybrid- und alternative Antriebe und die E-Mobilität finanzieren. Geschäftsentwicklung. Im 1. Halbjahr 2026 hat NZWL mit einer stabilen Ertragslage und wichtigen Fortschritten bei strategisch bedeutenden Produktanläufen abgeschlossen. In einem weiterhin anspruchsvollen und regional sehr unterschiedlichen Marktumfeld erzielte die NZWL-Gruppe Umsatzerlöse von 83,0 Mio. Euro nach 84,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der leichte Rückgang war insbesondere auf die schwächere Entwicklung in China zurückzuführen, die durch das Wachstum in Europa nur teilweise ausgeglichen werden konnte. Die breite Aufstellung der NZWL-Gruppe nach Regionen, Kunden, Fahrzeugsegmenten und Antriebsarten erwies sich im 1. Halbjahr 2026 erneut als wichtiger Stabilitätsfaktor. Der Umsatzanteil im Bereich
Elektro/Hybridantrieb nahm im 1. Halbjahr 2026 von 18% auf 19% zu, was einem relativen Anstieg um 5,6% entspricht. Gleichzeitig wurde das Geschäft über den Pkw-Bereich hinaus durch neue Aufträge im Nutzfahrzeugsegment weiter gefestigt. Hier produziert NZWL unter
anderem Wellen und Räder sowie Nebenantriebe für neue Motoren- und Getriebegenerationen, die sowohl bei Verbrennungs- als auch bei Hybridantrieben eingesetzt werden. Positiv entwickelten sich zudem die Hochläufe neuer Wellen für die Elektromobilität und von Antriebssystemen. Diese sollen sich im 2. Halbjahr 2026 fortsetzen und sind für die weitere strategische Entwicklung der NZWLGruppe
von hoher Bedeutung. Die Ertragslage zeigte sich im 1. Halbjahr 2026 stabil. Das EBITDA erreichte 8,5 Mio. Euro nach 7,9 Mio. Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis belief sich im Berichtszeitraum auf 0,3 Mio. Euro gegenüber -0,5 Mio. Euro im Vergleichszeitraum 2025.
Auch die Finanz- und Liquiditätslage der NZWL-Gruppe blieb stabil. Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Jahresende 2025 um 1,4 Mio. Euro auf 27,7 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote lag zum 30. Juni 2026 bei 19,8% nach 19,7% zum 31. Dezember 2025. Die liquiden Mittel stiegen im selben Zeitraum von 19,4 Mio. Euro auf 20,4 Mio. Euro. Aus der laufenden Geschäftstätigkeit erwirtschaftete die NZWL-Gruppe in den ersten sechs Monaten 2026 einen Cashflow von 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: 9,7 Mio. Euro). Gleichzeitig investierte NZWL weiter
gezielt in das zukünftige Geschäft: Insgesamt flossen im Berichtszeitraum 4,8 Mio. Euro (Vorjahr: 4,3 Mio. Euro) in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände, die hauptsächlich Produktanläufen und neuen Aufträgen im Bereich Elektroantriebe dienen.
Dr. Hubertus Bartsch, Geschäftsführer der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH: „Das 1. Halbjahr 2026 zeigt, dass unsere breite Aufstellung auch in einem von erheblichen regionalen Unterschieden geprägten Automobilmarkt funktioniert. Besonders wichtig ist für uns, dass wir bei strategisch relevanten Produktanläufen deutliche Fortschritte erzielt und unser Geschäft im Nutzfahrzeugsegment weiter gefestigt haben. Das Wachstum bei Getrieben und Antriebssystemen sowie der Hochlauf neuer Wellen für die Elektromobilität verbreitern
unsere Geschäftsbasis und schaffen zusätzliche Perspektiven für die kommenden Jahre. Gleichzeitig arbeiten wir konsequent daran, unsere Ertragskraft weiter zu stärken. Vor diesem Hintergrund sehen wir uns auf einem guten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr 2026 zu erreichen.“ Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt die Geschäftsführung ihre Prognose. Demnach erwartet NZWL weiterhin ein Umsatzwachstum von 3% bis 5%. Der betriebliche Rohertrag, das EBITDA und das Konzernjahresergebnis sollen sich in einer ähnlichen
Größenordnung wie der Umsatz verbessern. Voraussetzung dafür ist insbesondere die erfolgreiche Umsetzung der bereits eingeleiteten
Maßnahmen zur Stabilisierung der Ertragslage. Die Geschäftsführung beurteilt die Finanzlage weiterhin als stabil.
Stärken:
• starke Marktstellung bei Synchronisierungsgruppen für Doppelkupplungsgetriebe (Serienfertigung)
• Für ca. 90% der erteilten Aufträge ist die NZWL-Gruppe Alleinlieferant
• langjährige Kundenbeziehungen und hohe Planungssicherheit
• positiver Track Record am Anleihemarkt, bislang elf emittierte Anleihen
• vermehrte Lieferung von Komponenten für den Bereich E-Mobilität
• aktive Kapitalmarktkommunikation
• keine Klumpenrisiken bei der Fälligkeitsstruktur
• NZWL sieht Marktchancen in Asien und im Bereich der Elektromobilität
Schwächen:
• hohe Abhängigkeit von der Automobilindustrie und dem größten Kunden, dem Volkswagen-Konzern
• konjunkturelle Risiken und geopolitische Risiken (Aktivitäten in China)
• Währungsrisiken
• negatives Branchensentiment am Kapitalmarkt
• Kennzahlen haben sich verschlechtert
Fazit:
Das Management der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH blickt bei der zwölften Anleiheemission auf einen positiven Track Record am Kapitalmarkt. Durch die jährlichen Anleiheemissionen wird die Fälligkeitsstruktur optimiert, wodurch Finanzierungsrisiken deutlich reduziert werden, da es bei einzelnen Fälligkeiten keine Klumpenrisiken gibt. Auf der anderen Seite ist das Volumen der einzelnen Anleihen relativ niedrig und ein liquider Börsenhandel ist nicht wahrscheinlich. Die Produkte von NZWL werden sowohl bei konventionellen Verbrennungsmotoren als auch bei Elektro- und Hybridfahrzeugen eingesetzt. Die Gesellschaft betreibt eine aktive Kapitalmarktkommunikation, und Geschäftsführer Dr. Hubertus Bartsch präsentiert regelmäßig beim Deutschen Eigenkapitalforum
(Ende November in Frankfurt). Die Gesellschaft ist abhängig von der Entwicklung der Automobilindustrie. Neben konjunkturellen Risiken gibt es auch geopolitische Risiken (Aktivitäten in China) und Währungsrisiken. Die Kennzahlen haben sich zuletzt verschlechtert.
Im vergangenen Jahr hat NZWL eine fünfjährige Anleihe mit einem Kupon in gleicher Höhe begeben, die bei ca. 100% notiert. Mit einem Kupon von 9,875% p. a. erscheint die neue NZWL-Anleihe 2026/2031 für risikobewusste Anleger attraktiv. Der Umtausch der Anleihen 2021/2026 und 2022/2027 erscheint sinnvoll, die Anleger erhalten beim Umtausch eine einmalige Umtauschprämie von 2,0%.
BOND MAGAZINE 243

